Donnerstag, 22. Januar 2015

Next week I will be pregnant

Ich nenne meinen Post wie den Titel eines romantisch-kitschigen Filmes. Und ich spiele die Hauptrolle. Neben dem Mini-Lütten. Und meinem Herzmann. Ich überprüfe mehrmals täglich,  ob es der richtige Zeitpunkt ist. Ob ich mich danach fühle.
Am Dienstag beim Yoga lag ein großes Ja auf meinen Lippen. Zum ersten Mal nach gefühlten Urzeiten turnte mein Körper wieder den Sonnengruß, die Taube und die Brücke. Über jede Figur, die mir ohne Schmerzen und mit genug Atem gelang, freute ich mich. Aber Und Zufall oder nicht: der Kurs fand gegenüber meiner KiwuKlinik statt. Gegenüber dem Gebäude,  wo ich so oft meine Gedanken hinschicke. Ins Labor, wo unsere Hoffnung auf Eis ruht. Unsere Liebe. Ein schönes Gefühl,  dem so nahe zu sein. Ein Punkt auf der Ja-Seite.
Heute rief mich Miss Shitsu an. Ich hatte mich schon sehr auf Freitag gefreut. Dem ganzen rationalen Ablauf des Transfers innerlich etwas entgegen setzen können. Oder nicht entgegen. Hinzufügen. Bereichern. Aber Miss Shitsu klang gar nicht gut. Selbst durchs Telefon spürte ich das Fieber. Sie schiebt für mich alle Termine am Montag beiseite. Aber morgen geht es echt nicht. So könnte es am Montag gerade noch klappen. Dass ich sie wenigstens kennenlerne. Aber irgendwie kommen wir nicht so recht zusammen. Hmpf.
Einen Punkt auf der Jein-Seite.
Dann fing es heute morgen wieder an. Ehrlich gesagt schon seit 3 Tagen. Und heute abend dann sehr stark. Eine Blasenentzündung. Na toll. Auch das noch. Und schon wieder. Was soll mir das jetzt sagen. Keine Ahnung. Bis Dienstag dauert es ja noch. Punkt auf der...
Und dennoch: mein immerzutreuer, verlässlicher Begleiter ruft Ja. Mein Herz, meine Seele, mein Gefühl. 
Und Herzmann? Was sagt eigentlich der? Der setzt die Segel und wartet auf mein Kommando. Ich danke Dir!

In einem Seminar diese Woche standen meine Ressourcen im Mittelpunkt. Unter 8 sollte ich mir eine aussuchen. Ich nahm die Karte "Ich kann warten". Am Ende der Sitzung sollte ich das reflektieren. Oder ob ich das nicht will? Nein, erwiderte ich, errötend. Ich möchte in Kollegiumskreisen nicht darüber sinnieren, wie ich in meiner Kinderwunschzeit zur Wartekönigin wurde. Wohlwollend hat meine Chefin mein Schweigen akzeptiert. Und mir gesagt, dass sie mir diese Ressource auch gegeben hätte. Lächelnd. Ermutigend. Und ich dankte ihr innerlich sehr. Mein Kinderwunsch hat auch sehr positive Seiten von mir ans Licht gefördert. Neben all den düsteren,  traurigen, einsamen Momenten. Und nächste Woche ist wieder so ein LichtMoment. Ich gebe der JaSeite alle übrigen Stimmen.
And next week I will be pregnant again. Der Film kann beginnen.

Freitag, 16. Januar 2015

Das Besondere am Freitag

Manchmal erwischt es mich. Einfach so. Ganz besonders oft am Freitag nachmittag. Wenn ich meiner Schule den Rücken kehre und tief durchatmend ins Wochenende starte. Gerade heute habe ich mit meinen Schülern unsere Lieblingswochentage diskutiert und dabei lang und breit und leidenschaftlich den Freitag vertreten. Aber ich wollte ganz woanders hin. 
Zurück nämlich. In jene Zeiten, in denen ich den Freitag auch liebte. Aber anders. Er bedeutete das Tor zur Freiheit. Es war alles möglich. Das Wochenende lag vor mir. Bereit, gefüllt zu werden. Mit Menschen. Aufregungen. Partys. Grenzenüberschreitungen. Ich war offen für alles. Mein Leben hatte noch keine Richtung und ich warf mich in den Sturm. Immer wieder. Und immer war alles möglich. So oft es mich ängstigte, so oft erfüllte es mein Abenteurerinnenherz auch mit Lust. Unbändig.
Und wenn es mich heute erwischt. Genau das Gefühl. Ausgelöst durch Musik. Durch Menschen, die ich durch die Straßen wandern sehe.  Mit diesem Blick voller Lust auf Neues. Dann sind es wie so oft die zwei Seiten der Medaille. Einerseits fühle ich mich so gerne in mein Abenteuerherz zurück. Welches ich immer noch habe. Aber ich bin einfach unfreier. Und das auch gern!
Und andererseits schwingt immer der Gedanke mit: damals habe ich noch nichts gewusst. Nichts von Stimulationsspritzen, von FolliTV, von EisprungAuslösespritzen, von Transfer, von Warteschleifen und Bluttests. Damals dachte ich noch, "Liebe machen" hätte etwas mit Kinderkriegen zu tun. Und manchmal sehne ich mich in diese Naivität zurück. Aber das kennt ihr bestimmt alle. Es gibt eine Zeit "vorher". Ich will nicht hadern und tue es auch nicht. Aber ich denke und weiß es: 
das Kinderwunschthema ist und wird mein Lebensthema bleiben. Und wenn mir bewusst wird, wie umfassend es ist (diesen Gedankenzug des Freitagnachmittags kann ich nicht mal meiner besseren Zwillingshälfte erklären, die sonst echt alles versteht), dieses Thema, dann denke ich wieder, wie vermessen es ist, zu erwarten, dass jemand anderes diese meine Gedanken nachvollziehen kann. Außer ihr natürlich. Darin sind wir uns alle nahe. Gut zu wissen. 
Denn Freitag nachmittag ist trotzdem schön! Startet gut ins Weekend!

Mittwoch, 14. Januar 2015

Madame Shitsu und wie am Ende alles einen Sinn ergab

Ich war bei Madame Shitsu. Aber sie nicht. Schon während ich hinfuhr, hatte ich ein komisches Gefühl. Habe ich manchmal. So eine Vorahnung. Jede Ampel war rot. Jede zweite durch Straßenbahnen nur jeden zweiten Takt grün. Ich habe geflucht. Sehr laut. Und war schon wieder so außer mir, dass ich mich fragte, ob das der richtige Zustand sei, in dem ich dorthin fahre. Dorthin wo die Energeischlösser geöffnet werden sollten. Ich stellte mir vor, wie Sie mir sanft sagt: "Oh, ich spüre große Agressionen bei Ihnen." Das wäre heute gar nicht möglich. Ohne nicht einen Eklat mit einer ungemütlichen Frau T. zu erzeugen.Ich kam verspätet und abgehetzt und agressiv an. Und durfte Platz nehmen. Ich bekam Tee angeboten. Von ihrer Kollegin. Nein. Ich bin nicht hier zum Tee trinken. Außerdem bin ich ziemlich nervös. Wie ich zunehmend feststellen muss. Vor all den Fragen. Vor meinen Gefühlen. Ich könnte auch in Tränen ausbrechen. Na super. Die Wahl zwischen Ungehaltenheit und Tränen. Ich nehme keines von beiden und gehe. Ich tue es wirklich. Aber ich habe ihr auch eine halbe Stunde Zeit gegeben. Das sollte auch in der Shitsu-Welt reichen. Ich klebe einen Zettel an die Tür: ich war da. Sie nicht. Ich trödel nachhause. Nachdenklich. Hat es was zu bedeuten? Hilft es mir? Befreit es mich? Signalisiert es: dein Körper kann es auch allein? Oder aber: du bist auf dem falschen Weg? 
Ich bin noch zu keiner Antwort gekommen. Das hatte ich doch neulich erst in einem anderen Post...Nun ja. Ich halte es mal wieder mit Rilke. Dazu später mehr. In den Abendstunden klingelt mein Handy. Schon das Klingeln lässt mich sie erahnen. Meine Meisterin des Nachmittags, die mich herausforderte zu einem unsichtbaren Kampf. Ich stehe nicht im Terminkalender. Heute nicht und auch nicht an einem anderen Tag. Meinen Namen hat sie noch nie gehört. Seltsame Begebenheit. Mit welcher geisterhaften Vorzimmerdame habe ich denn telefoniert und den Termin vereinbart? Während mein Herz noch versucht die Zeichen zu deuten, berichte ich ihr schon, worum es geht. Ich bin erstaunt über ihr Fachwissen. Und auch über meins. In kürzester Zeit wird mir diese Frau unglaublich sympathisch. Geerdet erscheint sie. Und das brauche ich doch so. Und positiv. Zu mir. Meinem Alter. Unserem Vorhaben. Wir verabreden uns nochmal. Und ich lege mit einem Gefühl auf, das ich lange nicht hatte. Das absolut Richtige getan zu haben. Sogar das geplatzte Date am Nachmittag bekommt irgendwie einen Sinn. Und noch etwas ereilt mich in meinem Herzen. Zuversicht. Willkommen, ich habe dich vermisst!
Aber jetzt muss ich ihn noch loswerden. Meinen Rilke des Tages!

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Sonntag, 11. Januar 2015

Der Blues im Rückwärtsdenken

Noch immer bin ich beseelt von diesem neuen Jahr. Nicht, dass irgendetwas Überraschendes plötzlich anders geworden ist. Aber dieses weiße Blatt, welches darauf wartet beschrieben zu werden, erfreut mich jeden Tag aufs Neue. Das dunkle Schattenmonster bleibt in der Ferne zurück und wir schreiten mutig der Zukunft entgegen. Mutig? Manchmal auch nur der Versuch dessen. 
Ich bin auf einem Geburtstagsbrunch. Eine Kollegin ist auch da. In 5 Wochen hat sie Entbindungstermin. Ich mag sie. Und hätte Lust, sie kennen zu lernen. Wir reden über...eigentlich nur über das neue Leben, welches sie zum vierten Mal erleben wird. Ich klebe an diesem Thema ebenso wie sie. Und ich denke zwischendurch: los frag mich. Ich will auch über mich reden. Ganz nebenbei. Erwähnen, dass es auch andere Lebenswege gibt, als sich einfach mal zu überlegen: "Ach komm, ein 4. wäre doch schön!" Aber sie fragt nicht. Und ich erzähle nicht. Vielleicht ist es mein Glück. Der Blues wäre möglicherweise schon in diesem Gespräch gekommen.
So kommt er erst, als ich mit Herzmann beim Kaffee in vertrauten Gefilden sitze. Und kämpft sich endlich durch mein Gefühlschaos und findet dann tränenerstickt folgende Worte: "Ich wünsche mir so sehr, wieder schwanger zu sein. Und traue mich gar nicht, diesem Wunsch so viel Raum zu geben; könnte er doch nicht in Erfüllung gehen. Und was wäre eigentlich dann?" Und an dem Punkt drehe ich immer um und will alles wieder rückwärts denken, denn über den Punkt komme ich nicht hinaus. 
Meine kluge Heilpraktikerin sagte immer: "Sie müssen sich dorthin denken. In diese Angst. Sonst verkrampfen Sie innerlich und sind nicht frei!" Ja, ich weiß. Aber was der Kopf weiß, will mein Herz trotzdem noch lange nicht. 
"Aber es klingt doch so logisch und einfach", sagt der Kopf. Und mein Herz antwortet:"Logik ist aber nicht meine Stärke!"
Und ich denke: "Na los, gebt euch die Hände und vertragt euch. Und werdet dann eins!"

Eine Freundin hat mir Jin Shin Jyutsu empfohlen. Ich habe nächste Woche einen Termin. Es geht um die Sicherheitsenergieschlösser im Körper. Sie sollten geöffnet sein, so dass die Energien und alles andere auch frei fließen kann. Probier ich aus. Hoffentlich passen die Schlüssel. Denn dass das als Vorbereitung für den nächsten Versuch eine Chance ist, das findet sogar mein Herz logisch. 
Na dann: schließ auf und geh rein!

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Last Kiss 2014 - Rückblick im Guten

Liebes 2014. Nun laufen deine letzten Minuten. Ich halte mich wach. Und erinnere mich an die schönen Momente. Es gab sie. Wirklich! Ich beginne nicht am Anfang, sondern am Ende.
Im Winter. Da wurden mir die letzten Tage des Jahres unverhofft in meinem verschneiten Zuhause geschenkt. Die ursprüngliche Silvesterparty wegen Krankheit abgesagt. Es war genau das, was ich in diesem Jahr brauchte. Mich von meinen vier Wänden umarmen lassen und das WinterWonderLand streichelt meine Seele. Mit meinem Herzmann ein 4GängeMenü zaubern und dabei an das Gute glauben. Mit Optiman an meiner Seite ein Kinderspiel! Die Entdeckung der magischen Rauhnächte - wie konnte das 38(!!!) Jahre an mir vorbeiziehen - hat mir etwas sehr Wertvolles geschenkt. Die Magie wird bleiben.
Der Herbst braucht keine besonderen Momente. Er ist es. Ob die bunte Welt im September, der goldene Oktober, der graue November. Sie alle hatten ihre Augenblicke. Warum nur zieht mich die Melancholie, die Sentimentalität, die Nostalgie so positiv an?
Im Sommer habe ich meinen blog entdeckt. In mir. Und ihn begonnen. Mein persönliches Highlight in 2014. 
Im Frühling war noch alles drin. Das spüre ich, wenn ich an mich in dieser Zeit zurückdenke. Manchmal ist es ein Segen, dass ich nicht in die Zukunft sehen kann. Unser MallorcaUrlaub schenkte uns so früh in diesem Jahr unglaublich viele Sonnenstunden.Und eine Hoffnung, die damals sehr schön war.
Und vor dem Frühling begann es. Dieses 2014. Welches mehr traurige Momente beinhaltete als fröhliche. Um es kurz zu sagen, wie mein Herzmann: wir hatten schon bessere Jahre.

Viele Menschen habe ich dieses Jahr auf meinem Weg zurückgelassen. Ich MUSSTE mich trennen. Ja, so war es. Andere haben sich von mir getrennt. Es gab schon weniger wechselhafte soziale Jahre. Aber so ist es auch. Ich will es nicht ändern. Es arbeitet immer noch in mir, dass es mit meinem Kinderwunsch zu tun hat. Aber so ist es auch. Und auch. Und auch. Irgendwann werde ich es aufrollen, entblättern, neu schreiben und verstehen. Diesen Teil meiner Geschichte. Vielleicht schon 2015. Wer weiß...

Na dann, 2015, du kannst nur besser werden. Zeig, was du kannst! Und gib alles!

Dienstag, 30. Dezember 2014

Magische Nächte

Es ist Zeit für Vorhaben. Wünsche. Gute Gedanken. Also bitte, kommt herein. Meine Tür steht offen. Ihr seid nicht nur willkommen,  sondern dringend gebraucht.
Die 6 letzten Nächte des Jahres und die 6 ersten des Neues. Der Kreis der Sternzeichen soll sich schließen. So ein alter Brauch. Magische Rauhnächte. Jede beherbergt einen anderen Monat. Behütet ihn, prophezeit ihn, gibt ihm eine Chance, sich zu zeigen oder füllen zu lassen. Mit allem, was das Herz begehrt. Da lässt sich bei mir ja nicht so viel rätseln. 
Die magischen Nächte geistern seit bereits 5 Tagen um mich herum. Letzte Nacht war die Mainacht. Ich träume mich in ein Meer aus Kirschblüten. Sonne auf der Haut. Und einem Wunder mehr in meinem Leben. Ich könnte endlich loslassen.
Ich weiß, ich wäre sicherer unterwegs, würde ich mich Vorhaben entgegen sehnen, die in meiner Hand liegen.  Aber nicht heute.
Vergangene Nacht war ich im Krankenhaus. Eine lange Wartezeit hat mir Spaziergänge durch die langen Flure ermöglicht. Und düstere Nachtegedanken. In jene  versunken stand ich irgendwann vor der Wochenbettstation. Zufällig?  Ich schaute durch die Glastür. Schaute den schlurfenden Frauen und ihrer selbstvergessenen Glückseligkeit zu. Ein memorierender Schmerz. Von längst vergangenen Nächten. In denen ich in meinem Glück gewohnt habe. Und das Magischste überhaupt erlebte. Es tat weh. Und war auch irgendwie gut. Genau zu wissen: das will ich noch mal. Diesem ursprünglichen Glück,  dem Leben so nah sein. Und es darf in meinem Fokus sein. Wenn es vor Hoffnung sprüht. Zumindest ein bisschen. Das Jahresendfeuerwerk wird nochmal für etwas mehr Glanz und Funkenregen sorgen.
Ich lebe gespannt in weitere magische Nächte hinein. Sie verbinden wunderbar die Fülle des vergangenen Jahres,  die immer von etwas Leere im Neuen begrüßt wird. Ich halte an Wundern fest. Und Magie in Nächten. Die bisher in eine stürmische Augustnacht gehörte. Als sich Bäume bogen, die Blätter Musik machten und zwischen vier jungen Menschen alles möglich war. Einer davon war ich.
Und in eine gewittrige Januarnacht. In welcher nicht nur ich neu geboren wurde.
Es ist Zeit, das Gefühl zu wiederholen.
Lasst euch verzaubern von den magischen Nächten!   

Freitag, 19. Dezember 2014

Mehr Wunder

Die Leere füllt sich. Mit seligen Weihnachtsgedanken. Mit Demut. Mit Hoffnung. Mit meinen Lieblingsbegleitern der Sentimentalität, der Nostalgie. In diesen wie im Meer zu baden und sich dessen bewusst zu sein, fühlt sich wunderbar an. Wie alles auf dieser Etage "Über den Dingen". Dort mache ich es mir jetzt eine Weile bequem. Reflektiere, sinniere, halte inne. Mit Herzmann. Allein. Mit meiner besseren Hälfte des Zwillingsdaseins. Und dann wieder mit meinem Herzmann. Es werden sich Kreise schließen. Ich werde den so geliebten versöhnlichen Blick finden. Ach, es fühlt sich so gut an, wenn sich die Leere mit der Kraft der Überzeugung wieder füllt. Überzeugt vom Sinn. Und damit von allem. Ohne es zu verstehen. Ohne es zu wollen. So ist sie einfach zu mir gekommen. Mein Herz schlägt beinahe wieder geradeaus. 
Denn noch ist Weihnachtszeit. Zeit der Wunder.
Und alle warten. Auf das Weihnachtswunder. Ja, auch ich hätte es gerne gehabt. Das denke ich bei jedem Weihnachtsgedanken. 
Und noch bin ich ebenfalls dem Gedanken verfallen: "Wir hätten es nach diesem chaotischen Jahr 2014 verdient." Dass das Jahr sich am Ende nochmal von seiner hübscheren Seite zeigt. Schick, mit Glitzer, Schminke und viel Charme. Aber wer entscheidet denn bitte, wann wer etwas und was überhaupt verdient hat? Ist das nicht vielleicht ein wenig zu abgehoben? Will ich mich da oben bei diesen Entscheidungen überhaupt einmischen? Oder wo auch immer diese Entscheidungen getroffen werden. Ist es nicht auch einfach gut, sich dem mal zu fügen. Dem Leben. Seinem Lauf. Seinen Wegen. Wenn ich es könnte, mit Haut und Haar und allem, für einen Moment, dann wäre es toll.
Zurück zum Wunder. Wird es nicht ein wenig überbewertet? In diesen magischen Zeiten des Advents? Ist ein Wunder mitten in so unspektakulären Monaten wie Januar oder Feburar nicht viel mehr Wunder? Weil eigentlich niemand damit rechnet? Und gerade dann!
Ich denke mir die Welt jetzt wie sie mir gefällt. Und ich nehme das Wunder auch gerne zum Jahresbeginn. Oder wann auch immer. Für Wunder ist immer Zeit.